Dach und Schornstein

Ziegelsteine

Ziegelsteine: Steinalt und immer wieder neu

Bereits vor 15.000 Jahren stellten die Menschen die ersten Steine künstlich her: Lehm, Kamelmist und gehäckseltes Stroh kam in Formen, trocknete an der Luft und wurde dann zum Bau verwendet. 11.000 Jahre später entdeckten die Menschen, dass die Ziegel haltbarer werden, wenn sie im Feuer gebrannt werden. Ein Bauwerk aus Ziegelstein kann Jahrhunderte überdauern – ganz im Gegensatz zu Häusern aus Lehm und Holz, dem Baumaterial der Kelten, von denen schon nach relativ kurzer Zeit nichts außer einem Hügel blieb. Bis heute sind Ziegelsteine ein Material, das sich auf dem Bau mehr als bewährt hat. Längst sind Ziegel auch in punkto Wärme- und Schallschutz ganz weit vorn, und sämtlichen ökologischen Anforderungen gewachsen.

Stein auf Stein: Die Geschichte der Ziegelsteine

Der Turmbau zu Babel

Der Turm von Babel, als Gleichnis aus vielen Geschichten bekannt, wurde vor 100 Jahren tatsächlich von Archäologen im heutigen Irak entdeckt: Er stand auf einer Fläche von 90 mal 90 Metern und erreichte eine Höhe von 77 Metern. Während er innen aus ungebrannten Ziegeln bestand, umhüllte ihn ein Mantel aus gebrannten und gemauerten Ziegeln. So sollte er den großen Schwankungen zwischen den Tag- und Nachttemperaturen besser standhalten. Übrig blieb von ihm nicht viel, da die Bewohner der umliegenden Dörfer die Ziegel nutzten und daraus ihre eigenen Häuser bauten.

Kirchen, Klöster und Burgen

Noch bis in die Neuzeit hinein wurden wichtige Bauwerke, wie Kirchen, Klöster, Burgen und Rathäuser aus Ziegelsteinen oder Natursteinen gemauert: So waren sie standhafter bei Angriffen und Feuer und boten sicheren Schutz. Die übrigen Wohnhäuser bestanden zu dieser Zeit aus Holz oder Fachwerkkonstruktionen. Brach ein Feuer aus, war das nur schwer zu löschen. Oft kam es zu verheerenden Bränden, bei denen ganze Städte und Dörfer eingeäschert wurden. Gemauerte Häuser aus Ziegelsteinen oder Natursteinen waren hierbei deutlich im Vorteil und fielen nicht so schnell den Flammen zum Opfer.

Ziegelsteine für Jedermann: Technischer Fortschritt macht es möglich

Es dauerte lange, bis sich nicht nur reiche Leute haltbare Häuser aus Stein leisten konnten. Erst nach der Erfindung mechanischer Formpressen und anderer Hilfsmittel in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Ziegelsteine ein Massenprodukt, mit dem sich auch normale Bürger ihre Häuser bauen lassen konnten. Seit Ende der 40er Jahre spielen die bauphysikalischen Eigenschaften der Ziegel zunehmend eine Rolle. Häuser sollen jetzt nicht nur fest und haltbar, sondern auch brandsicher, wärmedämmend und schallschützend gebaut werden. Bis heute werden nicht nur Wände und Stützen aus Ziegelsteinen gebaut, sondern auch Deckenelemente, Schalsteine und Pflastersteine. Allerdings spielt die handwerkliche Herstellung von konstruktiven Ziegelelementen, wie Gewölbe, Bögen oder Kappen in der Regel nur noch bei der Restaurierung von Gebäuden eine Rolle.

Schutz vor Wind, Wetter und Lärm

Bis heute bestehen mehr als die Hälfte aller europäischen Wohnhäuser aus Ziegelsteinen. Schließlich sind die Einsatzmöglichkeiten für diesen Baustoff für einen Laien fast unüberschaubar groß: Außenwände aus wärmedämmenden Ziegelsteinen, Fassaden aus Klinker und Vormauerziegeln. Terrassen, Einfahrten und Wege aus Pflasterklinker, und genaugenommen gehören auch die Dachziegel zu den Ziegelsteinen.

Bei unterschiedlichen Temperaturen gebrannt

Da Mauerziegel in der Regel noch verputzt werden, so dass sie vor Regen, Frost und anderen Witterungseinflüssen geschützt sind, werden diese bei etwa 950 ° Celsius gebrannt. Klinker und andere Vormauerziegel, die unverputzt bleiben und zur Verblendung oder als Sichtmauerwerk eingesetzt werden, müssen bis zu 1200 ° Celsius im Brennofen aushalten. Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich die Oberfläche schließt und auf ihr eine schützende Schicht gebildet wird. So bleibt die Klinkerfassade später sauber und entwickelt im Lauf der Zeit eine reizvolle Patina.

Von Region zu Region unterschiedlich

Oft lässt sich an der Bauweise ablesen, in welcher Region das Haus steht. Während in Norddeutschland wesentlich mehr Sichtmauerwerk aus Ziegelsteinen zu sehen ist, werden im Süden unseres Landes die tragenden Wände aus Ziegeln errichtet und diese anschließend verputzt. Während Ziegel beim Mauerwerk einen Anteil von fast 50 Prozent erreichen, ist bei Dachziegeln dieser Anteil noch größer: Über die Hälfte aller geneigten Dächer werden mit Ziegeln gedeckt.

Die Baubiologie der Ziegelsteine ist einwandfrei

Wer sein Haus aus Ziegelsteinen baut, kann sich sicher sein, dass es bei Sturm, Feuer und Hochwasser nicht so leicht nachgibt. Auch der Schallschutz ist hervorragend: moderne Ziegelwände erreichen höhere Schalldämmwerte als die meisten leichten Konstruktionen. Ziegelsteine widerstehen Hitze und Frost ebenso gut wie Schlagregen, Säuren oder Laugen. Außerdem sondern Ziegelsteine weder Feinstaub, noch Schwermetalle, Gase oder Gifte ab. Ein Mauerwerk aus Ziegelsteinen sorgt für ein angenehmes Raumklima, es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie später wieder ab. So hat der Schimmel keine Chance. Wird das Haus später wieder abgerissen, lassen sich die verwendeten Ziegelsteine schadstofffrei abbauen und – wenn gewünscht – sogar wieder verwenden.

Jeder Ziegelstein ist einzigartig

In vielen Formen und Farben sind die Ziegelsteine erhältlich, mit denen jedes Bauwerk einzigartig werden kann. Es gibt gelbe, rote und braune Ziegel, aber auch blaue und anthrazitfarbene. Die genaue Farbe hängt vom verwendeten Ton und dem Brennvorgang ab. Die Farben bleiben immer so kräftig wie am ersten Tag, sie verblassen nicht und werden auch nicht vom Regen ausgewaschen. Weitere Farben und Effekte lassen sich durch Färben oder Glasieren der Ziegel erreichen.

Moderne Ziegelsteine mit vielen Poren

Die traditionellen, kompakten und dichten Ziegelsteine werden heutzutage kaum noch verbaut. Statt dessen wird der Ton, aus dem der Ziegel gebrannt wird, mit Stoffen vermengt, die sich bei den hohen Temperaturen im Brennofen entzünden und wie die Hefe beim Brot viele kleine Poren erzeugen. Diese porösen Ziegelsteine sind wesentlich leichter als ihre Vorgänger, so dass sich größere Formate herstellen lassen. Dazu kommt, dass die im Ziegel eingeschlossenen Luftporen wie ein zusätzliches Polster wirken, mit dem die Wärme sicher im Haus gehalten wird. Wer sein Haus mit diesen porösen Ziegeln baut, kann mit ihnen den hohen Standard eines Passivhauses erreichen und braucht keine zusätzliche Dämmung mehr.

Sehr gute Dämmung mit porösen Ziegeln

Praktischer Weise muss die Wand aus diesen Porenziegeln nur aus einem einzigen Baustoff bestehen, nämlich den Ziegeln. Dabei ist lediglich zu beachten, dass diese Ziegeln nur begrenzt tragfähig sind. Es lassen sich weder Hochhäuser, noch ausgesprochen fragile Bauten aus ihnen errichten. Dafür sind sie – was den Preis betrifft – fast unschlagbar: Eine gute Wand aus porösen Ziegeln kostet oft weniger, als ein Verbund von tragenden und dämmenden Schichten aus anderen Baustoffen. Da die Wärmedämmung dieser Ziegeln ausgezeichnet ist, vermindern sich die Heizkosten.

Auch in der Zukunft sind Ziegelsteine gefragt

Der Baustoff, mit dem die Menschen bereits seit Jahrtausenden bauen, wurde von diesen längst zu einem Hightech-Material entwickelt, das sich mit seinen hervorragenden Eigenschaften auch auf modernen Baustellen bewährt. Architekten und Bauunternehmer sind sich einig, wenn sie nach dem Baustoff der Zukunft gefragt werden. Sie präferieren Ziegelsteine und sorgen dafür, dass sie unter den Baumaterialien an erster Stelle stehen, wenn es um die Beliebtheit geht. Dabei punkten die Ziegelsteine vor allem mit ihrer guten Wärmedämmfähigkeit, ihrer Natürlichkeit und dem guten Raumklima, das sie erzeugen.

Ein überzeugendes Verhältnis von Preis und Leistung

Ziegeln sind längst nicht mehr der Baustoff, den sich nur reiche Klöster, die Kirche oder ein Herrscher leisten können. Ziegelsteine überzeugen durch ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das sie attraktiv für alle Bauherren macht. Dazu kommen nur minimale Folgekosten. Bestehen Gebäude aus massiven Ziegelmauerwerken, bieten sie Sicherheit, sind wertbeständig und benötigen nur geringe Kosten für ihre Instandhaltung. Ziegelwände sind wind- und luftdicht, halten starken Dauerregen ab und widerstehen Sturm, Hagel, Schnee, Frost und Eis ebenso wie UV-Strahlung.

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