Rohbau

Fensterrahmen und Formen

Praktisch und ästhetisch

Die Fassade ist das Gesicht des Hauses. Neben der Gestaltung der Wandstruktur, sind es vor allem die Fenster, welche einer Fassade ihre äußere Erscheinung geben. Die Vielfalt an verfügbaren Fensterformen und Materialien macht es heute einfach, den Licht- und Luftöffnungen für die besondere Note des Hauses zu verwenden.

Funktionale Elemente eines Fensters

Beim Fenster kaufen ist darauf zu achten, dass immer genug Licht im Haus ist und es den Blick nach draußen ermöglicht, denn das ist die Aufgabe eines Fensters. Dazu muss die Fassade bzw. Dachhaut durchbrochen werden. Damit durch die dünne Fensterscheibe nicht die Wärme ungehindert abfließen kann, sind Fenster heute in der Regel mehrlagig. Die zweilagige Doppelglasscheibe war Jahre lang Standard. Sie wird heute zunehmend durch einen dreilagigen Aufbau abgelöst. Mittels Verspiegelungen oder einer speziellen Gasfüllung kann der thermisch dämpfende Effekt eines Fensters noch verstärkt werden.
Fenster haben heute eine aufwändige Schließmechanik. Die mehrlagigen Glasflächen erfordern sehr stabile Rahmen, die wiederum entsprechend robuste Verankerungen benötigen. Um diese Konstruktionen sicher und dicht schließen zu können, ist eine komplexe innere Mechanik notwendig.
Thermofenster können heute optisch an klassische Gebäude angepasst werden. Viele Hersteller bieten eine optische Unterteilung der Glasfläche durch eingebaute Sprossen an. Diese Lösung ermöglicht die thermische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden. Die innen liegenden Sprossen sind besonders pflegeleicht, da sie die Glasfläche nicht stören. Der Denkmalschutz akzeptiert bei der thermischen Sanierung eines klassischen Gebäudes in der Regel die Lösungen mit Innensprossen.

Grundformen und Variationen

Die beiden Grundformen für den Fensterbau sind Rechteck und Kreis. Das einflügelige Rechtecksfenster ist die am weitesten verbreitete Fensterform. Sie sind in einer so großen Auswahl ab Werk verfügbar, dass hierfür nur noch selten ein Fensterbauer beauftragt ist.
Rein runde Fenster sind relativ selten. Man verwendet sie mitunter für Treppenhäuser oder für Dachgiebel. Als normale Wohnraumfenster sind sie kaum im Einsatz. Sie werden ebenfalls in verschiedenen Größen ab Werk hergestellt.
Wenn Fenster mit einem kreisförmigen Segment ausgestaltet werden sollen, dann betrifft dies meist die Oberkante.

Die üblichen Formen für Fenster außerhalb der Normalformen sind:

Raute:

Ein stehendes Quadrat. Wie das Rundfenster, findet sich das Rautenfenster meist in der Spitzen des Dachgiebels. Es wirkt sehr unruhig und instabil, weshalb es meistens nur als kleiner Akzent eingesetzt wird.

Rundbogenfenster:

Ein Rundbogenfenster ist die Kombination aus einem Rechteckfenster und einem oberen Halbkreis. Es bricht die strenge Form des rein rechteckigen Fensters stark auf und macht die Fassade dadurch optisch weicher. Jedoch kostet diese Lösung viel Licht.

Segmentbogenfenster:

Das Segmentbogenfenster ist ein Kompromiss aus Rundbogen- und Rechteckfenster. Die Oberkante ist beim Segmentbogenfenster nur leicht nach oben gebogen. Das lockert die Form etwa auf und vergrößert die Lichtfläche des Fensters ein wenig.

Korbbogenfenster:

Beim Korbbogenfenster ist die Oberkante eines Rechteckfensters mit einem gestreckten Bogen ausgeführt. Es hat eine besonders weiche Erscheinung und ist besonders für flachere Etagen gut geeignet.

Polygonfenster:

Für architektonisch anspruchsvolle Bauelemente werden häufig Polygonfenster verwendet. Dies sind unregelmäßig geformte Fenster mit drei, vier oder mehr Ecken. Sie werden meistens für Bereiche eingesetzt, die anders nicht zu beleuchten sind. Polygonfenster sind in der Regel individuell angefertigte Lösungen.

Wohin soll das Fenster?

Ein übliches Wohnhaus besteht aus Keller, Zwischenetagen und Dachgeschoss. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Bauelemente, mit welchen ein Haus individuell gestaltet werden kann. Erker, Türme, Wintergärten oder Dachterrassen können den Wohnwert eines Hauses erheblich steigern. Die Auswahl der Fenster muss zu dem Gesamtkonzept des Hauses passen. So maximieren Sie den Eindruck und die Wirkung einer Fassade.

Liegend oder stehend: Das Dachfenster

Ein Dach kann mit einem stehenden oder einem liegenden Fenster durchleuchtet werden. Liegende Fenster sind technisch einfach umzusetzen, vor allem wenn sie auf die Sparrenbreite ausgelegt sind. Die Normmaße am Bau können hier bei einer fachgerechten Ausführung des Dachstuhls eine große Auswahl an Fenstern ermöglichen. Liegende Dachfenster sind meist nicht genehmigungspflichtig, preiswert im Kauf und können häufig sogar in Eigenleistung eingebaut werden.
Um ein stehendes Dachfenster auf einer Dachfläche einzubauen, ist die Konstruktion einer Gaube notwendig. Dies ist in den meisten Fällen ein massiver Umbau des bestehenden Dachs. Besonders aufwändig wird es, wenn das Gaubenfenster mit einem Rundbogen ausgeführt werden soll. Um eine ähnliche Wirkung zu erzielen, werden meistens Dreiecksfenster für die Spitze von Dachgauben gewählt. Diese sind wesentlich preiswerter. Neben dem aufwändigen und teuren Einbau muss auch geprüft werden, ob diese Form des Dachfensters mit den örtlichen Bauvorschriften korreliert. Unter Umständen kann statt einer teuren, individuell gefertigten Dachgaube auch eine Gaube in Fertigbauweise eingebaut werden. Dies ist die etwas preiswertere Lösung für ein stehendes Dachfenster.

Kürzere Fenster für die oberen Etagen

Der Goldene Schnitt ist ein seit Jahrhunderten bekanntes Gestaltungsmerkmal, welches auch bei der Architektur eine breite Anwendung findet. Dieses sieht vor, dass die unteren Etagen optisch länger, die oberen optisch kürzer gestaltet werden. Damit vermittelt das Gesamtgebäude einen harmonisch-ästhetischen Eindruck. Aus diesem Grund sind die Fenster der oberen Etagen meist konventionelle Rechtecksfenster. Mit einer weiteren Unterteilung durch Sprossen oder als Kastenfenster, wird ihr verkleinerter Eindruck noch verstärkt. Wenn Rundbogen-Fenster in der oberen Etage gewünscht wird, wählt man hier meistens die Korbbogenfenster.

Die Eintrittskarte des Hauses: Die Erdgeschoss-Fenster

Gemäß der Regeln des goldenen Schnitts, sind die Fenster im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes häufig länger und größer ausgeführt. Dazu können auch bodenlange Fenster von Terrassen, Verandas oder Wintergärten zählen. Große Panoramafenster bieten nicht nur einen angenehmen Weitblick sondern geben dem Haus auch eine offene, einladende Atmosphäre. Erdgeschoss-Fenster sind besonders für architektonische Spielereien wie Rund- und Spitzbögen geeignet.

Hauptsache Licht: Das Kellerfenster

Der Keller hat aufgrund seiner undankbaren Position meist nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Gestaltung. Darum sind sie in der Regel nur als schmale Rechtecksfenster oder sogar nur als Lichtschächte ausgeführt.

Materialien für den Fensterbau

Für den Bau von Fenstern haben sich drei Materialien durchgesetzt: Aluminium, Holz und Kunststoff. Alle drei Werkstoffe haben spezifische Vor- und Nachteile. Der neueste Trend beim Bau von Fenstern ist ein Materialmix, mit denen die Vorteile kombiniert und die Nachteile eliminiert werden können.

Kunststoff hat als Material die Vorteile, dass es sehr leicht und preiswert ist. Kunststofffenster sind zudem thermisch sehr wirksam, da das Material keine Wärmebrücken bildet. Die für den Fensterbau eingesetzten Hohlkammer-Profile sind zudem sehr wärmedämmend. Der Nachteil von Kunststofffenstern ist, vor allem bei sehr preiswerten Modellen, eine mangelnde Verwindungssteifigkeit. Besonders bei hohen Außentemperaturen kann es passieren, dass besonders preiswerte Kunststofffenster sich zu verziehen beginnen. Dann öffnen und schließen sich diese Fenster nur noch schwer und können undicht werden.

Der Vorteil von Holzfenstern ist vor allem ihre wertige Ausstrahlung. Moderne Holzfenster sind mit Abstand die teuersten Fenster, die verfügbar sind. Sie geben einem Haus aber auch eine besonders edle und hochwertige Anmutung. Das macht das Thermofenster mit Holzrahmen vor allem für anspruchsvolle Kunden sehr interessant. Darüber hinaus ist der Rahmen ebenfalls sehr wärmefest und beugt der Bildung von Wärmebrücken vor. Wie die Kunststofffenster können sich aber auch Holzfenster mit der Zeit verziehen. Dies passiert vor allem dann, wenn sie nicht ausreichend gepflegt wurden. Eindringende Feuchtigkeit lässt das Holz aufquellen, was neben Fäulnis und Schimmel auch die strukturelle Integrität eines Fensters gefährden kann.

Aluminiumfenster sind hochfeste Konstruktionen. Sie eignen sich besonders für große Lichtöffnungen, wie Terrassentüren und Panorama-Fenster. Besonders bei Doppel- und Dreifachverglasungen kommt der festen Verbindung großer Fensterflächen eine besondere Bedeutung zu. Aluminium ist derzeit hierfür der am Besten geeignete Werkstoff. Aluminium lässt sich darüber hinaus beliebig beschichten. Mit der passenden Farbe oder Textur ausgestattet, kann das Fenster aus Aluminium auch an klassischen Gebäuden noch optisch akzeptabel sein. Im Punkt Wärmeleitfähigkeit ist der Fensterrahmen aus Aluminium deutlich im Nachteil. Zwar werden für den Fensterbau auch Hohlkammer-Profile aus Aluminium verwendet. Diese können jedoch bei Weitem nicht die Dämmleistung aufbringen, wie Fensterrahmen aus Kunststoff oder Holz. Für anspruchsvolle Kunden stehen deshalb heute Kombinations-Produkte aus Holz und Aluminium zur Verfügung. Diese bieten die angenehm-wertige äußere Anmutung eines Holzfensters und dessen Dämmwirkung, in Kombination mit der Stabilität eines Aluminiumfensters.

Tipps für Schnellleser

  • Bei mehrstöckigen Gebäuden Goldenen Schnitt beachten.
  • Eckige Fenster wirken streng
  • Runde Fenster wirken weich und verspielt
  • Polygonfenster nur als Maßanfertigung verfügbar
  • Großflächige Fenster immer aus Aluminium oder Teilaluminium-Rahmen
  • Fenster mit Innensprossen werden vom Denkmalschutz in der Regel anerkannt

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