Fenster und Haustür

Fenster einbauen leicht gemacht – ein Leitfaden

Bei einem Neubau ergibt sich durch die Eigenleistung beim Fenster einbauen ein nicht zu unterschätzendes Einsparpotenzial. Aber auch beim Austausch von in die Jahre gekommenen und austauschbedürftigen Fenstern (z. B. Modernisierung für eine zeitgemäße Wärmedämmung) ist „Selbermachen“ eine Option. Restaurieren ist da eher schwierig, daher sollte man sich in den meisten Fällen neue Fenster kaufen. Fenster einbauen bedarf zwar eines gewissen handwerklichen Geschicks, ist aber auch nicht allzu schwierig, und auch der Aufwand an Werkzeug hält sich in Grenzen. Lesen Sie im Folgenden, wie man es richtig macht und was es dabei zu beachten gibt.

Vorbetrachtungen und richtiges Planen

Das Wichtigste zuerst: Auch wenn es als eine Selbstverständlichkeit erscheint – Fenster müssen hundertprozentig luftdicht sein. Daher verbietet sich der Einsatz von Bauschaum als Dichtungsmaterial von selbst. Selbst kleinste Fugen bieten eindringendem Wasser so genannte Kriechgänge und führen zu einem permanent feuchten Innenraum. PU-Schaum ist zwar flexibel, wird aber nach dem Aushärten spröde und rissig. Hinzu kommt, dass sich Mauerwerk, Fensterrahmen und Bauschaum bei wechselnden Temperaturen unterschiedlich stark ausdehnen, was zu Lücken und Rissen im PU-Schaum führen kann. Dieses Problem kann später zwar durch Herausnehmen und fachgerechten Wiedereinbau behoben werden, aber bei korrekter Montage kann man sich diese unnötige Nacharbeit sparen. Beachten Sie beim Einbau die Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009). Dies kann Ihnen bei einem Neubau helfen, ein entsprechendes Zeugnis eines Energieberaters zu erhalten, welches den Wert Ihres Hauses durchaus steigert.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Bauen Sie Fenster zu zweit ein! Es wird häufig unterschätzt, wie schwer moderne mehrfachverglaste Fenster mit zeitgemäßer Wärmedämmung sein können. Ein Montagehelfer kann unschätzbare Dienste beim Einbau und der Ausrichtung leisten.

Zum Fenster einbauen sind keine Spezialwerkzeuge erforderlich. Sie benötigen lediglich folgendes:

  • Gliedermaßstab (landläufig als „Zollstock“ bekannt)
  • Hammer
  • Wasserwaage
  • Acht Keile (Kunststoff oder Holz) zum Ausrichten
  • Bohrmaschine
  • Schraubendreher
  • Acryl und Dekompressionsband

Beim exakten Ausmessen der Fenstergröße gehen Sie folgendermaßen vor: Messen Sie an jeweils drei Stellen die Höhe und Breite millimetergenau aus. Notieren Sie sich das jeweils kleinste Maß. Subtrahieren Sie von diesem Wert noch einmal 4 cm, somit haben Sie das exakte Maß Ihres neuen Fensters.

Legen Sie nun die Öffnungsrichtung des Fensters fest. Die Seite der Scharniere legt die gegenüberliegende Seite fest, an der das Fenster später geöffnet wird. Befinden sich die Scharniere auf der linken Seite, halten Sie im Baumarkt Ausschau nach einem Fenster mit der Bezeichnung „DIN Links“.

Spätestens jetzt sollte der alte Fensterrahmen entfernt werden. Vor der Montage des neuen Fensters sollte bereits der Griff montiert werden. Dies ist dann hilfreich, sobald der Fensterflügel vor der Montage aus dem Rahmen gehoben werden soll. Der Fensterflügel ist an den Scharnieren mit dem Fensterrahmen befestigt. Mit einem Schraubendreher können die Scharnierbolzen herausgeschlagen werden – lassen Sie hierbei Vorsicht walten, um Schäden zu vermeiden. Wie oben bereits angedeutet: Heben Sie den Fensterflügel grundsätzlich zu zweit aus dem Rahmen!

Nun kleben Sie das Dekompressionsband sorgfältig außen um den Fensterrahmen herum. Dieses Klebeband trennt den Rahmen physisch vom Mauerwerk und verhindert das Entstehen von Schwundschäden und die Ausbildung von Undichtigkeiten (so genannte „Wärmebrücken“). Früher hat man statt der Dichtbänder Montageschaum beim Fenster einbauen verwendet. Dies ist allerdings nicht mehr zeitgemäß und entspricht auch nicht den Vorgaben der Energieeinsparverordnung für Fenster. Der später beim Einbau verwendete Montageschaum dient ausschließlich der Stabilisierung des Fensterrahmens, auf keinen Fall der Abdichtung!

Fachgerechte Montage beim Fenster einbauen

Nun geht es mit dem Einbau des neuen Fensters ans Eingemachte: Passen Sie den Fensterrahmen in die Maueröffnung ein. Um die Mittigkeit des Rahmens sicherzustellen, dazu müssen Sie ringsherum den Abstand zwischen Rahmen und Mauerwerk richtig messen. Mit zwei Keilen an der Unterseite und der Wasserwaage wird der Fensterrahmen gerade ausgerichtet. Hier ist wieder der „zweite Mann“ (oder die „zweite Frau“) besonders gefragt. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass Folienbeklebungen auf Fenster und Rahmen bis zum Schluss dort belassen werden sollten, wo sie sind. Diese werden erst entfernt, sobald der Einbau abgeschlossen ist. Die Folie sorgt dafür, dass Verschmutzungen des Fensters durch Montageschaum oder Acryl vermieden werden.

Jetzt wird das Fenster mit Kunststoff- oder Holzkeilen fixiert. Die Keile sollten nur an den Ecken eingebracht werden, andernfalls könnte der Rahmen verbogen werden. Treiben Sie die Keile lediglich handfest und ohne Gewalt ein. Schläge mit dem Hammer könnten den Rahmen beschädigen, außerdem ginge hierdurch die gerade Ausrichtung verloren. Kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder mit der Wasserwaage, ob das Fenster noch gerade sitzt.

Stellen Sie nun den Anschlag der Bohrmaschine auf die Länge der zu verwendenden Dübel ein. Jetzt werden die Löcher durch die vorgesehenen Löcher hindurch gebohrt. Schlagen Sie anschließend die Rahmendübel vorsichtig ein und verschrauben Sie sie von Hand. Hier sollte auf keinen Fall mit einem Akkuschrauber gearbeitet werden – zu tief eingeschraubte Dübel könnten den Rahmen beschädigen oder verformen.

Jetzt ist der spannende Moment gekommen, wo Sie (zu zweit!) den Fensterflügel einsetzen. Wenn Sie bis hierher alles richtig gemacht haben, sollte sich das Fenster ohne Verkantungen schließen und öffnen lassen. Sollte es klemmen oder haken, haben Sie vermutlich einen Dübel zu tief eingeschraubt oder einen Keil dermaßen fest eingetrieben, dass sich der Rahmen leicht verformt hat.

Beginnen Sie nun mit dem Ausschäumen. Achten Sie darauf, dass Montageschaum sich sehr stark ausdehnt. Nachdem der Schaum ausgehärtet ist, können Sie die Keile entfernen und die entstandenen Löcher ebenfalls mit Montageschaum füllen. Wenn auch diese Füllung ausgehärtet ist, entfernen Sie mit einem Teppichmesser vorsichtig den überstehenden Schaum. Sorgen Sie dafür, dass eine Vertiefung von etwa 2 mm entsteht. Auf dieser bringen Sie jetzt die Versiegelung an. Zu diesem Zweck verwenden Sie Acryl aus einer Kartusche mit der dazu gehörenden Kartuschenpistole. Mit einem kleinen Fugenspachtel oder Holzkeil können Sie danach die Acrylfuge glätten.

Sobald das Acryl abgebunden ist, entfernen Sie die Schutzfolie vom Fensterrahmen. Jetzt noch die Abdeckkappen auf die Scharniere und Dübel aufsetzen – fertig ist Ihr selbstgemachter Fenstereinbau!

Wenn Sie exakt nach dieser Anleitung gearbeitet haben, haben Sie die DIN-Norm 4108 sowie die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllt. Wichtig ist dabei die Einhaltung der Reihenfolge „1. Dekompressionsdichtband, 2. Montageschaum, 3. Acryl“, die für eine perfekte Dichtigkeit und Wärmedämmung sorgt

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