Rohbau

Erdaushub und Fundamente

Gut gegründet ist gut gebaut

Wenn die Gründung eines Neubaus erst einmal erledigt ist, geht der Rest relativ schnell. Umso wichtiger ist es, den Fundamenten und der Bodenplatte eine ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Fehler, die bei diesem Bauabschnitt begangen werden, sind nicht ohne aufwändigen Rückbau behebbar. Darum sollte, bevor der erste Beton vergossen wurde, peinlichst genau auf die Durchführung aller wichtigen Schritte geachtet werden. Damit erspart man sich viel Ärger, Kosten und ggf. Streit mit den Nachbarn.

1. Die Vermessung

Klarheit über das Grundstück ist der erste Schritt beim Bauen. Wo beginnt es, wo endet es? Grundstücke werden als Flurstücke ausgewiesen, die genau im Bebauungsplan der Gemeinde festgeschrieben sind. Dennoch sollten die Grenzen des Grundstücks vor Ort exakt eingemessen und auch markiert werden. Nur so stellt man fest, ob ein vorhandener Zaun, eine Ackerfurche oder ein selbst angelegter Weg die Grenzen des Grundstücks verletzt. Diese Fragen müssen unbedingt vor dem ersten Spatenstich geklärt sein. Besonders alteingesessene Nachbarn sind mitunter sehr uneinsichtig und pochen auf eine Art Gewohnheitsrecht. Um diesen Streitigkeiten von Vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist eine amtliche Begehung mit dem professionellen Festlegen aller Grundstücksgrenzen eine Maßnahme, die vor unabsehbaren Folgekosten bewahren kann.

Der Ansprechpartner vor Ort ist das Katasteramt. Die Behörde beauftragt in der Regel ein zertifiziertes Vermessungsbüro. Diese Dienstleister können mit Hilfe einer Abmarkung die Grenzsteine für ein Grundstück festlegen. Diese Dienstleistung kostet ab 1500 Euro, abhängig von der Größe, Zugänglichkeit und Lage des Grundstücks.

Grenzsteine – wichtig aber sensibel

Diese Grenzsteine haben die Wirkung eines amtlichen Siegels. Sie müssen jederzeit sichtbar und zugänglich bleiben. Das Überbauen der Grenzsteine durch Pflaster, Mauern oder andere Baukörper ist verboten. Wird ein Grenzstein überbaut, kann der Nachbar den kompletten Rückbau des Baukörpers verlangen. In der Regel wird ihm dazu recht gegeben.

Auf das Ausgraben und Versetzen von Grenzsteinen stehen hingegen empfindliche Strafen. Es kommt dem Diebstahl von Land gleich. Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren sind in diesen Fällen das übliche Strafmaß. Dies wird auch in der Regel in voller Höhe durchgesetzt. Zusätzlich können Kosten für Schadensersatz und die Korrektur des Grenzverlaufs entstehen.

Wenn ein Grenzstein versehentlich bei Pflug- oder Baggerarbeiten ausgegraben wird, sollte deshalb umgehend das Katasteramt informiert werden. Dies wird die sofortige Neuvermessung der Grundstücksgrenzen veranlassen. Damit ist die vollständige Rechtssicherheit wieder hergestellt. Das Versetzen des Grenzstein verjährt nicht.

Nicht bauen, wo man will

Im gesamten Bauwesen heißt es „Drei mal messen – ein mal bauen.“ Das bedeutet, dass man sich vor jedem Arbeitsschritt absolut sicher sein muss, dass man auch das Richtige tut. Im Fall des Einmessens der Baugrube und des Fundaments sollte hier nichts dem Zufall überlassen werden. Viele Bauunternehmen bieten das korrekte Einmessen der Baugrube als Dienstleistung an. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist das Konsultieren eines zertifizierten Vermessungsbüros angeraten. Das professionelle Einmessen des Grundstücks hat zwar seinen Preis, bewahrt aber vor sehr teuren Rechtsfolgen.
Als Faustregel kann man sich an die folgenden Werte halten:

Zwischen Fassade und Grundstücksgrenze müssen bei Neubauten Abstände eingehalten werden. Ausschlaggebend für den Abstand ist die Gebäudehöhe. Je nach Bundesland wird die im Bauplan eingetragene Gebäudehöhe mit einem Wert zwischen 0,25 und 1 multipliziert. Neben dem Bundesland ist auch die Lage des Grundstücks für diese Bemessung wichtig. In dicht besiedelten Gebieten ist der Grenzabstand geringer, in ländlichen Gebieten ist er höher. Als Mindestabstand hat sich jedoch eine Strecke von 2.5 bis 3 Metern durchgesetzt.
Eine einmal festgelegte Gebäudehöhe sollte deshalb auch unbedingt eingehalten werden. Man gefährdet nicht nur die grundsätzliche Baugenehmigung. Auch der Streit mit Nachbarn wegen eines zu geringen Grenzabstands ist damit vorprogrammiert. Im schlimmsten Fall kann sogar der Teilabriss und vollständige Rückbau der illegal errichteten Etage oder des zu hoch gebauten Daches durchgesetzt werden.
Die strikte Einhaltung der Grenzbebauung gilt jedoch nur für das Hauptgebäude. Die Regelung wurde vor allem wegen einer möglichen Überschattung festgelegt. Kleinere Gebäude, wie Gartenhäuser, Carports und Garagen sind in der Regel mit weniger strengen Auflagen belegt.

Ablauf einer Vermessung

Die Einmessung der Baugrube sollte dem professionellen Vermessungsbüro überlassen werden. Zur Einmessung gehört auch das Ausstellen eines Grenzzeugnisses. Der Vermessungstechniker schlägt die Ecken der Baugrube mit Holzpfählen ein, die zusätzlich mit Signalfarbe, meistens pink, besprüht werden. Diese Pfähle nimmt der Tiefbauer anschließend als Orientierung, um die Baugrube auszuheben. Ob die Baugrube durch einen Unternehmer oder durch Eigenleistung selbst ausgehoben wird, liegt im Ermessen des Bauherren. Ein Unternehmer bietet die korrekte und zeitgerechte Durchführung, hat jedoch auch seinen Preis.

2. Die Baugrube

Die mit Leuchtfarbe eingesprühten Pfähle des professionellen Vermessers sind die Orientierung für den Erdaushub. Als Faustregel kann man bei lösbaren Boden mit 8-15 Euro pro m³ Erdaushub rechnen, wenn ein Unternehmen beauftragt wird. Für den Abtransport kommen noch einmal 8-15 Euro pro m³ dazu. Dabei ist aber eines wichtig zu bedenken: Ausgebaggerte, gelockerte Erde ist ca.1/3 voluminöser als der gewachsene Boden im Erdreich. 3 Kubikmeter Erdaushub ergeben also 4 Kubikmeter Material, das entsorgt werden muss. Dazu ein Tipp: Wenn das Erdreich in einem Absetzcontainer gesammelt wird, kann das lockere Material schichtweise mit einer Rüttelplatte verdichtet werden. Diese Arbeit kann der Bauherr gut selbst erledigen. Das kann die Kosten für die Entsorgung um 20% senken.

Auch muss man bedenken, dass eine Baugrube keine senkrechte Projektion des Kellerraums ist. Die Baugrube muss aus Gründen der Sicherheit, der Entwässerung und der Bearbeitbarkeit geböscht und um einiges größer sein, als es der eigentliche Keller ist. Das Mehrvolumen kann ebenfalls bis zu 1/3 größer sein. Dies ist beim Kalkulieren zu beachten.

Für einen Keller-Aushub von 500 m³ ist demnach mit folgenden Faktoren zu rechnen:

Aushub: 500m³ × 1 1/3 = 670 m³ = 5400 – 11000 Euro (lösbarer Boden)
Entsorgung: 670 m³ × 1 1/3 = 890 m³ = 7120 – 14000 Euro

Das macht in Summe 12500 Bis 25000 Euro für die Erstellung der Baugrube. Diese Werte gelten, wie gesagt nur bei gut lösbaren Boden. Bei felsigem und festem Gesteinsboden sind die Kosten für den Aushub erheblich teurer.
Für das Ausbaggern kann ein Unternehmen engagiert werden, es spricht aber auch nichts dagegen, es selbst zu tun. Viele Bauherren erfüllen sich mit dem Ausheben der eigenen Baugrube einen lang gehegten Kindheitstraum. Endlich einmal selbst mit schwerem Gerät herumbaggern dürfen und dabei noch Geld sparen – das ist für viele Männer einfach unwiderstehlich. Vor dem Ausbaggern muss aber genauestens klar sein, wo Zu- und Abwasserleitungen liegen und welche Kabel möglicherweise im Erdreich versteckt sind.

Wenn das Haus unterkellert werden soll, wird ein großer Kettenbagger für den Aushub notwendig sein. Ein Minibagger und selbst ein Radbagger sind für dieses Vorhaben mit Sicherheit unterdimensioniert. Kettenbagger kosten zwischen 200 und 400 Euro Tagesmiete, je nach dem wie groß er sein soll. Aufgrund der größeren Standfestigkeit ist grundsätzlich zu einem Kettenbagger geraten. Eine Eigenleistung ist jedoch nur bei lösbaren Untergrund wirklich sinnvoll. Da eine Baugrube in spätestens drei Tagen ausgehoben ist, kann hier ein erheblicher Betrag eingespart werden. Den ausgebaggerten Abraum kann man, mit etwas Glück, an Selbstabholer verschenken. Um felsigen Untergrund zu lösen muss in jedem Fall eine Spezialfirma ran.

Beim Ausheben einer Baugrube müssen folgende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden:

Umzäunung des Areals mit einem festen, nicht demontierbaren, zugelassenem Bauzaun
Ab 1,25 Meter Tiefe muss der Rand der Baugrube mit einem Böschungswinkel versehen werden.
Sandiger, nicht-bindiger, lockerer Boden: 45°
Lösbarer, bindiger Boden: 60°
Felsiger, schwer lösbarer Boden: 80°
Der Arbeitsraum in der Baugrube muss mindestens einen halben Meter größer sein als die Außenwand des Kellers. In der Praxis hat sich ein ganzer Meter bewährt.
Wo der Einbau von Böschungen aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich ist, muss das Grundstück mit Wandsicherungen, z.B. Spundwänden, abgesichert werden.

Für die Streifenfundamente kann wiederum ein Minibagger eingesetzt werden. Die Streifenfundamente sind 50 cm breit und aufgrund der Frostsicherheit, mindestens 80 cm tief. Dies ist gut mit einem Minibagger herstellbar. Sie kosten ca. 120 bis 200 Euro Tagesmiete.

Das Schnurgerüst

Das Schnurgerüst dient zum Einmessen der Streifenfundamente und der Bodenplatte. Hier kann der Selbermacher viel Geld sparen, wenn er etwas Zeit investiert. Gebraucht wird:

  • 3 stabile Rundpfähle pro Ecke
  • ca. 40 Dachlatten ca. 1,50m lang
  • 8 Bretter, ca. 20 cm breit 1,20 m lang und 3 cm dick
  • 1 Akkuschrauber
  • 1 Vorschlaghammer
  • Holzschrauben
  • Wasserwaage
  • Stabile Nylon-Bauschnur
  • 17.5er Mauerstein (KSV oder Beton, kein Hochlochziegel)

Das Material wird an den Ecken des gedachten Gebäudes platziert. Die Rundpfähle werden mit dem Vorschlaghammer so tief eingerammt (ca. 50 cm) dass sie nicht mehr wackeln können. Es werden immer drei Rundpfähle im Winkel von 90° und im Abstand von ca. 1 Meter platziert. Anschließend wird ein waagerechtes Brett in ca. 30-50 cm. Höhe angeschraubt. Das Anschrauben ist dem Vernageln vorzuziehen, da man damit ein Loslösen der Pfähle verhindert. An den Pfählen werden schließlich über Kreuz die Dachlatten verschraubt. Sie geben der Holzkonstruktion eine zusätzliche Stabilität. Die Bauweisheit hierzu lautet: Dreieck steht – Rechteck vergeht. Das gilt für alle Konstruktionen am Bau: Dreieckige Bausegmente haben selbst stabilisierende Eigenschaften.

Wenn die Holzkonstruktion für das Schnurgerüst steht, werden die Schnüre gespannt. Dazu wird an die Nylon-Bauschnur an beiden Seiten ein Stein gebunden und die Schnur über die waagerechten Bretter gehängt. Je stärker die Schnur gespannt ist, desto besser. Wenn alle vier Schnüre gespannt sind, kann der Vermesser mit dem Ausrichten beginnen. Durch diese einfache Vorarbeit kann der Bauherr bis zu 2000 Euro sparen.

Der Vermesser richtet nun die Schnüre anhand der Grenzpunkte und seinen Instrumenten exakt aus. Die Position der Schnüre wird auf den Brettern markiert. Um sicher zu gehen, kann die Schnur mittels zwei Holzschrauben am Brett fixiert werden. Dazu wird rechts und links neben der Schnur eine Schraube eingedreht. Nicht auf die Schnur schrauben, dies könnte sie durchtrennen!

Das jetzt eingemessene Schnurgerüst darf bis zum Erstellen der ersten Schicht der Außenwand keinesfalls mehr verändert werden!

Die Grundstücks- Entwässerung

Allgemeines zur Abwasserleitung

Wasser fließt immer zum tiefsten Punkt. In einem Haus ist dies der Keller, weswegen sich dort auch immer der Kanalanschluss befindet. Bevor der erste Eimer Beton verbaut ist, muss deshalb der Kanalanschluss hergestellt sein. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur die Abfuhr von Brauchwasser hergestellt wird, sondern auch das Regen- und Sickerwasser abgeleitet wird. Manche Gemeinden schreiben eine getrennte Entsorgung von Brauch- und Oberflächenwasser vor. Das muss man bei der Auslegung der Entwässerung berücksichtigen.
Als Eigentümer des Grundstücks ist die Entwässerung bis zur Straßengrenze in seiner Verantwortung. Die Stadt wird vor dem Betonieren eine Dichtheitsprüfung einfordern. Diese wird entweder von ihr selbst oder durch einen beauftragten Dienstleister vorgenommen. In früheren Jahren wurde die Abwasserleitung verlegt und sich anschließend selbst überlassen. Mittlerweile haben die Klärwerke jedoch enorme Probleme mit undichten Leitungen. Die „Infiltration“, als das Einfließen von Grund- und Regenwasser ist durch schadhafte öffentliche und private Leitungen heute dermaßen massiv, dass die Kläranlagen erheblich überdimensioniert konstruiert werden müssen. Anders können die Massen an Fremdwasser heute nicht mehr bewältigt werden. Die Kosten für die übergroßen Kläranlagen gehen zu Lasten der Verbraucher.

Die Fallleitungen der Abflüsse führen alle in den Keller. Abwasserleitungen, die zum Kanal hinführen, werden Grundleitungen genannt. Für sie gilt nach DIN 1986 Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke ein Mindestdurchmesser von 100 Millimeter, die sogenannten DN 100 Rohre. Es ist ratsam, den Übergang zur Grundleitung so nah wie möglich an die Außenwand zu verlegen, die in Richtung des Kanalanschlusses liegt. Je kürzer die Rohrleitung unter der Bodenplatte verlegt ist, desto weniger aufwändig ist eine spätere Reparaturmaßnahme. Sofern es statisch möglich ist, kann die Rohrleitung auch offen, d.h. zugänglich ausgelegt werden.
Der preiswerteste und einfachste Weg ist, die Abwasserleitungen hängend entlang der Kellerdecke zu verlegen. Es hängt hier vor allem vom Niveauunterschied zum Kanalanschluss ab, welche Verlegung möglich ist. Das Gefälle der Wasserleitung zwischen Austritt aus dem Haus und dem Anschluss am Kanal muss stets zwischen mindesten2% und höchstens 5% betragen. Ein zu steiler Abfluss führt zur Sedimentbildung. Ein zu flacher Abfluss kann einen Rückstau verursachen.
Die Auslegung der Größe und Menge der Grundleitungen hängt von der Menge der Zuflüsse ab. Ein Einfamilienhaus kann kleiner dimensioniert werden, als ein Mehrfamilienhaus. Um den Wasserabfluss richtig auszulegen, sind spezifische Berechnungen nötig. Dort fließen die Menge der Zuleitungen von Waschbecken, Toiletten, Badewannen, Duschen und den Wasch- und Spülmaschinen mit ein. Wichtig ist, dass die Fließgeschwindigkeit im Abwasserrohr ca. 0,7 Meter pro Sekunde erreicht. Dies garantiert eine Selbstreinigung.
Die Gemeinden werden heute beim Thema „Abwasserleitungen“ aus den benannten Gründen sehr aufmerksam. Es ist unbedingt ratsam, an diesem Punkt nur beste Materialien und die bestmögliche Ausführung zu wählen. Wenn eine hängende Abwasserleitung an der Kellerdecke nicht möglich ist (z.B. bei Häusern ohne Keller) müssen Reinigungsöffnungen in die Abwasserleitungen eingebracht werden. Diese vorgefertigten Revisionsklappen kosten ca. 30-100 Euro und werden einfach in das Rohrsystem mit eingesetzt.

Meistens ist mindestens ein Revisionsschacht für die Abfuhr von Brauchwasser pro Gebäude vorgeschrieben. Zusätzlich ist in den meisten Fällen ein weiterer Revisionsschacht für die Dach- und Drainage-Entwässerung gefordert. Beide Entwässerungen in einem Schacht zusammen zu fassen oder eine Schacht-In-Schacht Lösung zu wählen, ist nicht zulässig. Aber selbst wenn er nicht vorgeschrieben ist, sollte der Einbau eines Revisionsschachtes gut überlegt sein. Ein Schacht kostet zwar etwas Geld, kann dafür aber großen Schaden vom Haus fern halten. Zum einem gibt der Schacht einen weiteren Kontrollzugang zu einer tief in der Erde liegenden Abwasserleitung. In Kombination mit Rücklaufklappen kann der Revisionsschacht bei Großregenereignissen aber eine Menge Wasser aufnehmen und den Keller damit entlasten. Außerdem verhindert der Revisionsschacht so einen Rücklauf von Schmutzwasser, wenn der Anschluss an den Kanal einmal verstopft sein sollte. Revisionsschächte sind heute auch nicht mehr ausschließlich in der schweren und teuren Betonring-Ausführung verfügbar. Moderne Leichtbau-Revisionsschächte bestehen aus hochfestem Kunststoff und sind wesentlich preiswerter und einfacher zu errichten. Ein Revisionsschacht dient außerdem dazu, außerhalb des Gebäudes mehrere Abwasser-Grundleitung zu einer Kanalleitung zusammen zu fassen. Dafür sind im Handel zweier oder dreier Anschlüsse verfügbar. Sie sind bereits so ausgelegt, dass sich der Rohrquerschnitt zum Kanal hin vergrößert. Dieser darf natürlich nicht mehr durch ein Reduzierstück wieder verjüngt werden.

Bei der Auswahl der Abwasserrohre sollte man nicht sparen. Einmal im Erdreich vergraben bzw. mit Beton abgedeckt, sind Reparaturen an der Grundleitung kaum noch möglich. Jeder Euro mehr in Qualität investiert, macht Beschädigungen unwahrscheinlicher.

Wasseranschlüsse setzen

In die gedachte Fundamentplatte wird nach der der Anschluss der Fallleitungen markiert. Man arbeitet sich mit dem Minibagger vom Kanalanschluss zu den Anschlusspunkten der Fallleitungen. Die Anschlüsse müssen weit genug aus der gedachten Oberkante des Betonbodens heraus schauen. Eine knappe Muffenbreite reicht dazu aus. Wenn die Anschlüsse der Fallleitungen gesetzt sind, müssen diese sofort abgedeckt werden. Die Anschlüsse der Fallleitungen sind sehr empfindlich. Sie können bei Stößen leicht abbrechen oder die bereits vergrabenen Grundleitungen auseinander ziehen. Ein stets vorsichtiger Umgang mit den Anschlüssen ist deshalb angezeigt. Beim Einbau der Anschlüsse der Fallleitungen nicht den Anschluss für die Dachentwässerung und die Kellerdrainage vergessen!

Eine kleine Rohrkunde

Abwasserrohre können aus Beton, Steingut, Stahl-Verbund-Systemen oder Kunststoff bestehen. Betonrohre sind preiswert, haben aber einen großen Querschnitt. Steingut-Rohre sind sehr stabil. Sie sind aber aufgrund ihres Gewichts etwas unhandlich. DN100 Rohre aus Steingut können aber durchaus noch mit zwei kräftigen Männern verlegt werden. Ein Minibagger zum Absenken der Rohre in den Graben ist aber dennoch sehr hilfreich. PVC-U-Rohre sind sehr leicht und einfach zu verlegen. Sie sind jedoch recht zerbrechlich. Die roten, preiswerten KG-Rohre (PVC-U) sind für die Gebäudeentwässerung der Hausleitungen nicht zulässig. Der Grund dafür ist ihre mangelhaften thermische Stabilität. Außerdem erzeugen sie im Brandfall giftige Gase, welche durch die Abwasserleitungen ins Haus gelangen können. Sie dürfen lediglich für die Dach- und Drainage-Entwässerung verwendet werden. Wenn ein leichtes Kunststoffrohr für den Kanalanschluss des Brauchwassers verwendet werden soll, kann beispielsweise auf das grüne KG-2000 Rohr zurück gegriffen werden. Es ist besonders umweltfreundlich. Darüber hinaus bietet der Fachhandel noch eine Vielzahl weiterer Rohrtypen aus Kunststoff. Sie sind leicht zu verlegen und bieten verschiedene technische Ansätze. So sind seit einigen Jahren bereits besonders schalldämmende Rohre mit dreilagigem Aufbau verfügbar. Für das Verlegen von geräuschdämmenden Mehrlagen-Stahlrohre muss jedoch eine Spezialfirma beauftragt werden.
Vom Haus bis zum Revisionsschacht müssen die Rohre mindestens die Größe DN100 besitzen. Vom Revisionsschacht bis zum Kanal gilt eine Mindestgröße von DN150.

Tipp: PVC-Rohre sollten nicht offen im Freien gelagert werden. Einige Wochen direkte Sonnenbestrahlung führen zu einer weißlichen Verfärbung. An diesen Stellen ist das Rohr bereits durch die UV-Strahlung der Sonne geschwächt. Wenn PVC-Rohre im Freien gelagert werden, dann ist es ratsam, sie mit dunkler Folie abzudecken.

Rohre richtig verlegen

Rohre werden in gerader Linie mit so wenig Abzweigungen wie möglich verlegt. Jeder Abzweig vermindert die Fließgeschwindigkeit und erhöht die Gefahr von Ablagerungen. Auch leichte Krümmungen entlang einer geraden Rohrleitung können langfristig eine Verstopfung verursachen. Normalerweise sind in Grundleitungen Abzweigungen bis zu 45° erlaubt. Manche Gemeindesatzungen schreiben jedoch einen Maximalwinkel von 30° vor. Die scharfen 45° Winkel sind jedoch grundsätzlich weniger empfehlenswert und sollten nach Möglichkeit durch die Verwendung eines 30° und 15° Winkels, oder idealerweise durch drei 15° Winkel entschärft werden. Über die zulässigen Winkel bei den Rohren für die Grundstücksentwässerung gilt es sich bei der Planung der Entwässerungsleitung bei der Gemeinde zu informieren.

Der Graben wird mit Hilfe einer gespannten Schnur markiert. Dazu werden einfach der Austrittspunkt der Grundleitung am Keller mit dem projizierten Eintrittspunkt in die Kanalisation miteinander verbunden. Der Eintrittspunkt ist meistens mit einem senkrecht in der Erde steckendem Brett markiert. Entlang der Schnur wird anschließend mit Straßen-Sprühfarbe eine Markierung gezogen, entlang der man sich beim Ausbaggern orientieren kann.

Für die Rohrleitung wird mit einem schmalen Baggerlöffel ein Graben zum Revisionsschacht bzw. zum Kanalanschluss gezogen. Die Tiefe des Grabens sollte ca. 20 cm unter der gedachten Falllinie der Rohrleitung liegen. Abwasserleitungen müssen frostsicher verlegt sein. In Deutschland bedeutet dies, dass die Rohre mindestens 80 cm tief im Erdreich liegen müssen. Der Messpunkt ist die Oberseite des Rohrs. Wenn die Rohrleitung unter einem Parkplatz oder einer Zufahrt verlegt wird, sind 1-2 Meter Tiefe empfohlen. Ab einer Tiefe von 4-6 Metern droht jedoch die Beschädigung der Rohrleitung durch das Eigengewicht des darüber liegenden Erdreiches. Ist das Verlegen der Abwasserleitung in dieser Tiefe unvermeidlich, müssen die Rohre gegen den aufliegenden Druck geschützt werden. Dies erreicht man beispielsweise durch ein Rohrbett aus Beton oder einer Rohr- in-Rohr-Verlegung mit einem stabilen Betonrohr als Schutzmantel. Das gilt vor allem, wenn schwere Fahrzeuge die Rohrleitungen kreuzen können.

Rohre, auch stabile Leitungen aus Beton oder Steingut, werden grundsätzlich in einem Sandbett verlegt. Auch die Umhüllung der Rohre beim Verfüllen des Rohrgrabens muss aus mindestens 20 cm steinfreiem, feinen Sand bestehen. Nur dies verhindert Punktbelastungen durch Steine, welche das Rohr früher oder später durchbrechen können.
Nachdem der Graben gezogen ist, wird das Sandbett eingefüllt. Eine Schichtstärke von 10 cm ist das Mindestmaß. Die doppelte Breite ist jedoch empfehlenswert. Bevor die Rohre aufgelegt werden, wird das Sandbett verdichtet. Solange keine Rohre im Graben sind, kann dafür eine Rüttelplatte verwendet werden. Das verdichtete Sandbett sollte schon annähernd das gewünschte Gefälle von 1-5% besitzen, um so weniger Arbeit hat man anschließend mit dem Ausrichten.

Niemals ohne Gummi

Die Rohre werden auf den verdichteten Sand ausgelegt. Bei Steingut-Rohren kann das Ineinander-Stecken etwas schwierig sein. Ein langes Brecheisen und ein kleines Brett kann da helfen: Zuerst wird ein Rohr in das Sandbett gelegt. Das nächste Rohr wird an der Seite des Stutzens gut mit Gleitmittel, z.B. Vaseline, Spülmittel oder Seife eingerieben. Anschließend wird der Stutzen in die Muffe nur so weit eingesteckt, wie es händisch möglich ist. Danach geht man auf die andere Seite des Rohres und legt das Brett quer vor die Muffe. Das Brecheisen (idealerweise 1,50 – 2 Meter lang) wird schräg so tief wie möglich in den Untergrund gerammt. Nun hat man einen Hebel, mit dem sich das Rohr in die Muffe des voran liegenden Rohres schieben lässt. Dafür muss das voran liegende Rohr aber durch einen zweiten Mann gut fest gehalten werden. Dieses Verfahren funktioniert auch bei PVC Rohren. Die besonders langen Rohre können ebenfalls mitunter widerspenstig sein. Auch wenn die Versuchung groß ist: Es ist beim Verlegen von Abwasserrohren absolut zwingend notwendig, dass sie immer mit den Dichtungsgummis verlegt werden. Natürlich erleichtert das Entnehmen der Gummis die Arbeit. Eine dichte Rohrleitung kann man so jedoch nicht herstellen.
Die Höhe der Rohre kann zur Ausnivellierung des Gefälles nun noch mit Holzkeilen korrigiert werden.

Abnahmen erspart Ärger

Bevor die selbst verlegte Grundleitung verfüllt wird, sollte man sie sich von Entwässerungsamt oder einem beauftragten Gutachter abnehmen lassen. Sofern es nicht bereits seitens der Gemeinde verlangt wird, wirkt das amtliche Zertifikat über eine korrekt verlegte Grundleitung vertrauensbildend und wertsteigernd für das ganze Haus. Der bestellte Prüfer kontrolliert, ob die richtigen Abwasser-Rohre und der korrekte Querschnitt gewählt wurde. Außerdem wird das Gefälle und die Dichtheit geprüft. Wenn alles korrekt ist, kann mit dem Verfüllen begonnen werden.

Rohre immer unterfüttern

Die Rohrleitung muss zwingend unterfüttert werden. Werden die Rohre verbaut, ohne dass sie vollflächig auf dem Untergrund liegen, ist ein Rohrbruch vorprogrammiert. Zum Unterfüttern nimmt man ein einen Meter langes, schmales Brett, z.B. eine Dachlatte. Damit stopft man von der Seite Sand unter das Rohr, bis es vollflächig auf einem Sandbett aufliegt. Dieser Schritt ist sehr wichtig. Er ist schnell erledigt und beugt sehr teuren Bauschäden vor. Nach dem Unterfüttern wird die Rohrleitung schichtweise mit Sand eingedeckt, bis sie ca. 30 cm von Sand überdeckt werden. Jede Schicht wird gründlich verdichtet, bevor die nächste Lage Sand eingebracht wird. Rohrgräben dürfen nur mit einem Handstampfer verdichtet werden. Beim maschinellen Verdichten besteht stets die Gefahr, dass das Rohr zerstört wird. Das gilt auch für Steingut-Rohre. Erst ab einem Abstand von mindestens einem Meter von Oberkante Rohr bis Gelände-Oberkante darf eine Rüttelplatte eingesetzt werden.

Die Streifenfundamente

Die Streifenfundamente haben zwei Funktionen. Zum einem sind sie das Widerlager der tragenden Wände des Gebäudes. Dazu zählen alle Wände über 17,5 cm Breite. Zum anderen stellen sie den frostfreien Stand des Gebäudes sicher. Ein Haus auf Streifenfundamenten zu gründen ist jedoch nur zulässig, wenn die Tragfähigkeit des Bodens es erlaubt. Sehr feuchter oder sandiger Boden erfordert eine stabiles, monolithisches Plattenfundament, um ein Einsinken oder Kippen des Gebäudes zu verhindern.

Bodengutachten schafft Klarheit

Bevor das Haus geplant wird, sollte man sich über die Bedingungen vor Ort genauestens informiert haben. Dazu gehört auch die Erstellung eines Bodengutachtens. Meist ist die Art der Gründung in den örtlichen Bauvorschriften festgelegt. Falls dort aber keine notwendigen Informationen zu finden sind, kann ein Gutachten eines zertifizierten Baubüros Auskunft über die Tragfähigkeit des Untergrundes geben. Dies kostet ca. 1500 Euro, kann aber das Entstehen eines schweren Bauschadens wirkungsvoll verhindern.

Streifenundament bauen und betonieren

Streifenfundamente für Gebäude haben eine Standardbreite von 50 cm und eine Tiefe von mindestens 80 cm und Frostfreiheit zu garantieren. Für Gartenmauern, Gewächshäuser oder leichte Holzhäuser kann das Streifenfundament auch schmaler ausfallen. Das Fundament wird mit Hilfe des Schnurgerüstes ausgerichtet. Dazu wird mit Hilfe einer langen Wasserwaage die geplante Außenkante des Gebäudes auf den Boden übertragen. Mit Hilfe einer gespannten Schnur, Mauerkalk oder Straßen-Sprühfarbe kann der Verlauf des Fundaments wieder für den Bagger markiert werden. Je nach Bauweise sitzt die Außenwand mittig auf dem Streifenfundament oder sie schließt mit seiner Außenkante ab. Die mittig sitzende Ausführung war früher weiter verbreitet. Heute wird die Bodenplatte in der Regel bis an die Außenkante des Streifenfundaments gezogen.

Den Großteil des Auskofferns kann ein Bagger übernehmen. Die Sohle muss eben sein und die Mindesttiefe erreichen. Wenn der Boden bindig genug ist, kann bereits der ausgebaggerte Graben als Seitenschalung ausreichen. Eine klassische Holzschalung kann für die oberen Zentimeter als Unterstützung angebaut werden. Wenn mit einer Spundverschalung gearbeitet wird, sollte man Schalmaterial verwenden, welches für verlorene Schalung geeignet ist. Die im Handel erhältlichen Schalungssteine sind für Streifenfundamente meistens zu schmal. Da Kellerwände 36,5 cm breit sind, ist eine Mindestbreite des Streifenfundaments von 50 cm erforderlich.

Um die Höhe zu kontrollieren, werden Betonstähle mit 15m Durchmesser und ca. 1 Meter Länge benötigt. Am ersten Betonstahl wird die Fundamenthöhe von 80 cm mit Hilfe eines Stücks Klebeband markiert. Anschließend wird im Abstand von 50 cm ein Betonstahl entlang der Grabensohle in den Boden geschlagen. Die Oberkante der Betonstähle wird in Waage gesetzt. Ob das Fundament zusätzlich bewehrt werden muss, geht aus dem Statikplan des Hauses hervor.
In jedem Fall muss das Streifenfundament jedoch geerdet werden.

Niemals die Erdung vergessen!

Die Erdung eines Hauses ist sowohl für den Stromanschluss als auch für die Ableitung von Blitzschlägen wichtig. Nachträglich eingebaute Erdungen sind immer Notlösungen, die weder gut aussehen noch technisch einwandfrei sind. Der ideale Zeitpunkt zum Einbau eines Erdungsbandes ist vor dem Armieren der äußeren Streifenfundamente.

Das Erdungsband besteht aus einem umlaufenden, verzinkten Stahlblech. Es wird mit Fußankern in das Erdreich eingesteckt und mit zusätzlichen, vom Haus weg zeigenden Fahnen erweitert. Der Abstand zwischen den Fahnen beträgt mindestens 15 Meter. Der Ring des Fundamenterders wird mit Querverbindungen verstärkt. Wie genau der Fundamenterder einzubauen ist, wird vom Architekten bzw. Statiker ausgelegt. Bei der Abnahme der Armierung wird in der Regel auch der Erder kontrolliert. Um sicher zu gehen, sollte die Korrektheit des Erders nach der Kontrolle durch den Statiker protokolliert sein.

Armierung der Streifenfundamente

In der Regel bekommen Streifenfundamente für Einfamilienhäuser zumindest eine Querarmierung durch einen Betonkorb aus einer zurecht gebogenen R- oder Q-Matte. Diese kosten extrem wenig und sind sehr leicht zu verbauen. Streifenfundamente ohne zusätzliche Armierung sind nur bei Gartenmauern oder Gewächshäusern zulässig.

An der Fundamentsohle werden im Abstand der Korblänge jeweils 4 Pflastersteine aus Beton gelegt. Sie dienen als Abstandshalter, damit der Korb genügend Betondeckung für den Rostschutz erhält. Wenn die Körbe liegen, werden sie der Länge nach mit einem durchgehendem 20er Betonstahl miteinander verbunden. Der lange Beton-Rundstahl wird fest mit Draht an den Körben befestigt, so dass er sich beim Betonieren nicht lösen kann. Die Ecken werden zusätzlich mit einem gewinkeltem Beton-Rundstahl von 20 Millimeter Durchmesser verbunden. Die Körbe der Armierung vom Streifenfundament ermöglichen zusätzlich das Anbringen der Anschlusseisen. Diese sind für die Armierung der Bodenplatte sehr wichtig.
Wenn die Armierung laut Statikplan vorgeschrieben ist, muss sie ein Statiker vor dem Betonieren abnehmen. Das erstellte Zeugnis gehört zu den Unterlagen des Hauses. Aus Gründen der Einfachheit und Zeitersparnis ist es deshalb in der Regel besser, Bodenplatte und Streifenfundament in einem Arbeitsgang gemeinsam zu betonieren. Dann braucht man den Statiker nur einmal zu bestellen.

Da das Fundament das gesamte Haus trägt, sollte hier kein Kompromiss bei der Tragfähigkeit des Betons gemacht werden. Neben der vorgeschriebenen Betongüte, die ohne Probleme überschritten werden darf, ist vor allem der Wasser/Zement Wert wichtig. Wenn Fundamente und Bodenplatte getrennt voneinander betoniert werden, kann für das Streifenfundament zäher bis plastischer Beton bestellt werden. Die Versuchung liegt zwar nahe, durch sehr dünnflüssigen Fließbeton sich viel Arbeit zu sparen. Jedoch bezahlt man diese kurzfristige Arbeitserleichterung mit einem weniger tragfestem Fundament. Deshalb ist Fließbeton nur bei Gartenmauern, Garagen oder Gewächshäusern zulässig. Wenn zäher oder plastischer Beton verwendet wird, ist der Einsatz von einem Betonrüttler angezeigt. Dieser verdichtet den Beton zuverlässig und sorgt für einen blasenfreien, monolithischen Einbau. Betonrüttler können preiswert gemietet werden. Mit einer möglichst schmalen Rüttelflasche lässt sich gut in die Maschen der Armierungskörbe eindringen. Der Einsatz einer Betonpumpe erleichtert das Betonieren der Streifenfundamente zusätzlich. Nach dem Betonieren müssen die Streifenfundamente ca. 1 Woche aushärten, bevor sie weiter belastet werden können. Das ist jedoch relativ gleichgültig, da die Vorbereitung der Bodenplatte mindestens dieser Zeit in Anspruch nehmen wird. Kleinere Fundamente können auch gut per Hand und Mischmaschine betoniert werden.

Die Bodenplatte

Die Bodenplatte ist quasi der Kellerboden. Auf ihr werden alle weiteren Aufbauten des Hauses aufgebaut. Man muss zwischen „Bodenplatte“ und „Fundamentplatte“ unterscheiden. Technisch ist es dem Maurer egal, worauf er seine Steine setzt. Dennoch ist der Unterschied zwischen der „Bodenplatte“ und der „Fundamentplatte“ erheblich: Die „Bodenplatte“ ist eine relativ dünne Betonschicht, die lediglich dazu dient, dem Kellerräumen bzw. dem Erdgeschoss einen ebenen, belastbaren Untergrund zu bieten. Sie wird zwar ebenfalls armiert und gibt dem Haus dadurch seine Querstabilität am Sockel. Jedoch ist sie statisch längst nicht so belastet, wie eine Fundamentplatte.

Die Fundamentplatte ist ein durchgehender Betonblock, welcher sowohl tragende wie auch gründende Eigenschaften vereint. Sie ist wesentlich dicker als die Bodenplatte (80 cm mindestens) und verschlingt große Mengen an Betonstahl. Die Fundamentplatte wird bei sandigem, feuchten und moorigen Böden eingesetzt. Sie verhindert durch ihre große, belastbare Oberfläche ein Einsinken des Gebäudes. Sie kann dafür den Einbau von Streifenfundamenten überflüssig machen, wenngleich diese in der Regel zusätzlich gefordert werden.

Erster Schritt: Die Sauberkeitsschicht

Wenn Streifenfundament und Bodenplatte getrennt voneinander betoniert werden, ist beim Betonieren der Streifenfundamente eine günstige Gelegenheit für den Einbau einer Sauberkeitsschicht. Zwar ist für diese praktische Maßnahme kein belastbarer Beton notwendig. Der Mehraufwand für das Bestellen von B5 Beton ist jedoch aufwändiger und teurer, als einfach etwas mehr Fundamentbeton zu bestellen und diesen als Sauberkeitsschicht zu verwenden.
Die Sauberkeitsschicht ist eine ca. 5 cm starke Schicht aus unbewehrtem Beton. Sie dient lediglich dazu, nach einem Regenguss dem Bilden von Morast vorzubeugen. Falls nach einem starken Regen oder nach einer Winterpause die Baugrube kniehoch mit Wasser voll steht, kann sie einfach abgepumpt werden. Mit einer Sauberkeitsschicht geht die Arbeit sofort weiter, ohne dass man auf das Trocknen des Bodens warten muss.

Die Bodenplatte vorbereiten

Die Bodenplatte ist der großflächige Abschluss des Gebäudes zum Boden hin. Fehler, die an diesem Punkt begangen werden, können nicht wieder rückgängig gemacht werden. Darum ist es wichtig, hier alle Schritte einzuhalten, um einen großen Bauschaden zu vermeiden.
Die Dicke der Betonschicht für die Bodenplatte beträgt bei Wohnhäusern ca. 40 cm. Zusätzlich zur Betonschicht haben Bodenplatten eine Armierung und ein Bett aus einer Lage Schotter oder Sand. Besonders wichtig ist bei einer Bodenplatte aber die Isolierung.

Wann die Schalung setzen?

Es ist relativ gleichgültig, ob man die Seitenschalung der Bodenplatte vor oder nach dem Einbau
der Schichten und der Armierung aufbaut. Viele Bauherren schätzen die Bewegungsfreiheit, die man beim Einbau der Schalung unmittelbar nach den Betonieren der Streifenfundamente noch hat. Jedoch muss dann während der gesamten nächsten Schritte sehr darauf geachtet werden, dass die Schalung nicht wieder beschädigt wird. Gelegenheit dazu gibt es beim Kranhub der Armierung oder dem Ausbringen der Schotterschichten genügend. Vor dem Betonieren sollte deshalb die Seitenschalung grundsätzlich nochmal gründlich kontrolliert werden.

Bodenplatte isolieren

Die Bodenplatte muss zwingend gegen aufsteigende Feuchtigkeit isoliert werden. Wenn diese einfache und preiswerte Maßnahme versäumt wird, ist ein ständig verschimmelter Keller quasi unvermeidlich. Einen Teil der Isolierung übernimmt bereits die Schotterschicht. Der Schotter wirkt „kapillarbrechend“ und verhindert so bereits zum Teil das Aufsteigen von Feuchtigkeit. Aus diesem Grund ist eine Kiesschicht aus mittelgroßen, runden Steinen besonders gut geeignet: Die Hohlräume zwischen den Steinen sind zu groß, als dass Wasser mit Hilfe der Eigenspannung (Kapillarwirkung) aufsteigen könnte. Wenn die Bodenplatte gegen Wärmeverlust isoliert werden soll, ist der Einbau einer kapillarbrechenden Schicht zwingend.
Auf die Schicht aus kapillarbrechenden Kies wird nun das Isolationsmaterial aufgelegt. Dieses muss zugelassen, d.h. ausreichend druckfest sein. Dominant für diesen Zweck ist bis heute der Polystyrol basierte Hartschaum. Neben einer wirkungsvoll wärmedämmenden Perimeter-Isolierung lässt der Einbau dieser Platten auch eine sehr saubere und angenehme Oberfläche entstehen. Dennoch ist das Polystyrol nicht mehr die beste Lösung für diesen Zweck.

Tipp: Alternative zu Hartschaum suchen!

Die Hartschaumplatten, auch EPS-Platten genannt und am besten bekannt unter ihren Markennamen „Styropor“ und „Styrodur“ sind massiv in die Kritik geraten. Sie sind zwar billig in der Anschaffung aber inzwischen extrem teuer in der Entsorgung. Aus diesem Grund ist dringend dazu geraten, sich für die Wärmedämmung unter der Bodenplatte nach einem alternativen Material umzusehen. Die Auswahl ist nicht sehr groß, da die mineralölbasierten Hartschaumlösungen bisher eine marktbeherrschende Stellung hatten. Doch Alternativen wie Schaumglasplatten oder dem wesentlich preiswerteren Schaumglasschotter sind inzwischen ebenfalls bewährt. Vor allem der Schaumglaschotter kann direkt als Unterschicht statt dem Kiesbett verwendet werden. Außerdem besteht Schaumglas aus recyceltem Altglas und ist dadurch besonders umweltfreundlich. In der Entsorgung ist Schaumglas absolut unbedenklich.
Auf die Perimeter-Dämmschicht kommt nun die finale Deckschicht gegen Feuchtigkeit. Dazu sind PE-Folien ebenso geeignet, wie Bitumenbahnen. Die Hauptsache ist, dass eine ausreichend druckfeste, durchstoßsichere und absolut wasserfeste Ebene hergestellt wird, bevor der Beton gegossen wird.

Bodenplatte armieren mit Potentialausgleich

Eine Bodenplatte muss in jedem Fall armiert werden. Das Eisen in Form von Baustahl, Q- und R-Matten verhindert nicht nur die Bildung von Rissen. Das Haus erhält durch eine professionell eingebaute Armierung eine maximale Stabilität gegen die Quer- und Scherkräfte, die durch sein Eigengewicht entstehen. Drucklasten, wie sie durch den Aufbau von Mauerwerk entstehen, welches durch zusätzliche Betondecken noch verstärkt werden, haben immer die Tendenz zum seitlichen Abfließen. Der Druck auf die Fundamente ist deshalb nur im absoluten Ruhezustand wirklich senkrecht. Sobald das Haus aber zu schwingen beginnt – und dafür genügt ein vorbei fahrendes Auto – wirken die Druckkräfte wie ein Hebel, der an der in alle Richtungen Fundamentplatte zerrt. Da Beton nur minimal auf Zug belastbar ist, müssen diese Zugkräfte durch den massiven Einsatz von Baustahl abgefangen werden.
Wie die Bodenplatte zu armieren ist, geht aus dem Armierungsplan des Statikers hervor. Wichtig ist hier vor allem, dass die Platte auch mit den Streifenfundament verbunden wird. Deshalb war die gewissenhafte Ausführung der Anschlussseisen so wichtig. Beim Armieren muss besonders darauf geachtet werden, die vorher eingebaute Isolierung gegen aufsteigende Feuchtigkeit nicht wieder zu beschädigen. Das ist bei den scharfen und spitzen Betonstählen leicht passiert.
Zu einer Armierung der Bodenplatte gehört meistens auch der sogenannte „Potentialausgleich“. Dieser wird, wie der Fundamenterder, durch ein langes, verzinktes Stahlblech hergestellt. Der Potientialausgleich ist im Statikplan vermerkt und sollte exakt nach Vorschrift eingebaut werden. Eine armierte Bodenplatte muss vor dem Betonieren durch einen Prüfstatiker abgenommen werden.

Bodenplatte einschalen

Die Schalung rings um eine Bodenplatte hält den Beton beim Vergießen an seinem Ort. Sie markiert außerdem die Außenkante des Hauses. Die Bodenschalung wird in der Regel bis an die Außenkante der Streifenfundamente gebaut. Wie auf der Bodenschalung anschließend gemauert wird, ist in diesem Moment noch zweitrangig.
Die Bodenschalung besteht aus senkrecht stehenden Brettern bzw. Schaltafeln. Der Aufbau ist relativ einfach: An zwei Schaltafeln werden längs zwei 15er Vierkantbalken genagelt. Ein Balken kommt an die Unterkante, der zweite an die Oberkante. Sie geben der Schaltafel die notwendige Biegesteifigkeit. Längsbalken und Schaltafeln werden immer überlappend verbunden. So entstehen keine gefährlichen Lücken in der Steifigkeit. Quer zu den Längsbalken werden kurze Stücke aus 15er Vierkantbalken angenagelt, welche die Längsversteifungen miteinander verbinden. In ca. 30-50 cm Entfernung von der Querversteifung wird ein weiterer, angespitzter 15er Vierkantbalken ins Erdreich gerammt. Er muss so tief eingerammt werden, bis er nicht mehr wackeln kann. Dieser Stützanker muss sich in einer geraden Linie zu den senkrechten Balken befinden. Mit vier Holzbrettern wird nun der Erdanker mit den senkrechten Vierkanthölzern vernagelt. Das entstehende Dreieck ist dabei aus den im ersten Kapitel benannten Gründen gewollt, da es die maximale Stabilität verspricht. Diese Abstützung sollte entlang der gesamten Schalung etwa alle 30-50 cm eingebaut werden. Zusätzlich zu den Erdankern ist es sinnvoll, unmittelbar hinter die Schalung Eisenstäbe in den Boden zu rammen. Der meiste Druck des Betons entsteht an der Unterkante der Schalung. Mit direkt hinter den Längsbalken eingerammten Stahlstäben wird dieser Druck wirkungsvoll aufgefangen. Wenn sich zeigt, dass sich beim Einbau der Schalung wieder ein Abstand zu der Schalung gebildet hat, kann mit Hilfe eines Holzkeils die Lücke geschlossen werden.
Idealerweise sitzen die Schaltafeln exakt waagerecht und schließen genau mit der Oberkante die gewünschte Höhe der Bodenplatte ab. Dies vereinfacht das anschließende Abziehen des Betons und die Kontrolle der Höhe erheblich. Falls das nicht möglich ist, kann mit einer umlaufenden Dachlatte die Oberkante der Betondecke an der Schalung markiert werden. Das ist jedoch nur eine Notlösung. Der bündige Abschluss der Seitenschalung mit der Oberkante der Betondecke sollte nach Möglichkeit erreicht werden.

Kein Weg zurück: Betonieren

Wenn die Bodenplatte betoniert wird, gibt es keinen Weg zurück. Im Normalfall sind die Streifenfundamente bereits gelegt. Dann kann eine recht flüssige Konsistenz des Betons für die Bodenplatte gewählt werden, was den Einbau erheblich vereinfacht. Der flüssige Beton wird idealerweise mit Hilfe einer Betonpumpe eingebaut. Mit diesem praktischen Hilfsmittel kann der Beton besonders gut direkt vom Wagen verteilt werden. Ein mühsames auseinander Ziehen des Betons wird damit wirkungsvoll vermieden. Aus Gründen der Ausnivellierung ist trotz eines flüssigen Betons auch der Einsatz von einem Flaschenrüttler immer empfohlen. Er sorgt nicht nur dafür, dass keine unerwünschten Luftblasen im Beton entstehen. Vor allem schafft er auch eine sehr gute, ebene Oberfläche, die kaum noch nachkorrigiert werden muss. Der Beton kann direkt beim Betonieren geglättet werden. Dazu bietet der Handel spezielle Abzieher an. Eine besonders eben Oberfläche erhält man jedoch durch den Einsatz eines Flügelglätters. Dieser wird über den angezogenen, gereiften Beton geführt, sobald er so fest ist, dass man gerade so auf ihm gehen kann. Dieser Zustand ist nach ca. einer Stunde erreicht. Der Flügelglätter wird in weiten Bahnen hin- und her geschwenkt. Neben dem Glätten von Unebenheiten erzeugt er durch die Vibrationen auch eine Kapillarwirkung. Dadurch steigt die Zementschlämme nochmal auf und erzeugt eine besonders glatte Oberfläche. Ein Flügelglätter kostet ca. 100 Euro Tagesmiete. Nach dem Gebrauch muss das Gerät gründlich gereinigt werden, sonst gefährdet man seine Kaution.

Der ideale Wochentag zum Betonieren ist der Freitag. Am folgenden Montag ist der Beton hinreichend ausgehärtet, dass mit dem Mauern begonnen werden kann. Die Seitenschalung sollte dennoch noch ca. zwei Wochen montiert bleiben.

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